
Story:
Im Sommer 1969 ereignen sich im Großraum San Francisco mehrere kaltblütige Mordfälle. Einige Zeit später gehen bei den größeren lokalen Tageszeitungen Bekennerscheiben ein in denen der mutmaßliche Killer, der sich selbst "Zodiac" nennt, die Zeitungen auffordert auf ihrer Titelseite einen ominösen Code zu veröffentlichen. Tun sie dies nicht werden die Morde nicht aufhören. Dies ist der Auftakt für die Ermittlungen von Inspektor Toschi (Mark Ruffalo) und Armstrong (Anthony Edwards) die verzweifelt Versuchen den Täter aufzuspüren. Auch der Journalist Avery (Robert Downey jr.)und der Karikaturist Graysmith (Jake Gyllenhall) versuchen auf ihre Weise den Mörder dingfest zu machen. Keiner von ihnen hätte geahnt das sich die Suche über einen Zeitraum von mehren Jahrzehnten hinziehen würde.
Kritik:
Eins vorneweg, der Film ist mit seiner Laufzeit von 154 Minuten nichts für Leute mit ADS oder einer generell nicht sehr großen Aufmerksamkeitsspanne. Desweiteren ist er sehr dialoglastig, also auch Actionfans werden nicht auf ihre Kosten kommen. Nun jedoch zur eigentlichen Kritik, wie schon erwähnt handelt der Film von der Jagd auf den "Zodiac"-Killer in den späten 60er frühen 70er Jahren im Großraum San Francisco. Er behauptete von sich selbst in Briefen 38 Menschen getötet zu haben, jedoch konnte die Polizei ihm nur 5 eindeutig zuweisen. Diese Mörderhatz inszeniert Regisseur David Fincher aufbauend auf den Romanen "Zodiac" und "Zodiac Unmasked" von Robert Graysmith mehr oder minder tatsachengetreu und detailverliebt. Die Filcrew bekam sogar Einsicht in die damaligen Polizeiakten, und führte Interviews mit zahlreichen Zeitzeugen. Auch Robert Graysmith der vom Karikaturisten zum quasi Hauptermittler aufstieg als sich niemand mehr für den Fall interessierte war in den Prozess involviert. Diese faktenorientierte Herangehensweise merkt man dem Film auch an, er erscheint weniger als Krimi sondern eher als "fiktionalisierte" Dokumentation. Wer also mit einem düsteren Reißer wie Finchers älteren Werke "Sieben" oder "Fight Club" erwartet wird enttäuscht sein, und den Film wohl langweilig finden. Die Morde sind nicht sehr brutal dargestellt, die Kamera nimmt eher einen Beobachterposten ein als das sie das Geschehen von allen Seiten illustriert, dies wäre allerdings auch zuviel des Guten, und die distanzierte Herangehensweise lässt die Taten vor dem realen Hintergrund nur noch grausamer und sinnloser Erscheinen. Leute macht euch klar: DIES IST WIRKLICH PASSIERT!! Die Charaktere sind allesamt interessant und vor allem hervorragend geschrieben. Die Darsteller machen ihren Job durch die Bank sehr gut, wobei besonders Jake Gyllenhall mit seiner in manchen Szenen teilnahmslos zurückhaltenden in anderen überdreht agierenden Art zu gefallen weiß. Die Atmosphäre der 60er/70er Jahre wird fantastisch eingefangen und die erste Tat des Zodiac wird jeder der den Film gesehn hat wohl nie mehr vergessen, hier darf sich Fincher bei aller faktenverliebtheit von seiner düsteren Seite zeigen, und schafft eine wahrlich bedrückende Stimmung. Das einzig negative was ich sagen kann ist das die vielen Zeitsprünge den ein oder anderen irritieren könnten. Jedoch liegt das an der "quasi dokumentarischen" Art des Films ist also unvermeidlich ohne zu viel Fiktion einfließen zu lassen, man kann eben nur mit dem arbeiten was Akten und Interviews hergeben. Alles in allem ein Wahnsinnsfilm der mich auch nach dem Abspann noch lange beschäftigt hat. Ach noch etwas, der Zodiac Killer wurde nie gefasst, er ist also vielleicht noch unter uns, behalten sie ihren Nachbarn im Auge.....
Wertung 9/10

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