Montag, 22. März 2010

Thirst - Durst








Story:

Der katholische Pater Sang-hyeon (Song Kang-ho) arbeitet aufopferungsvoll in einem Krankenhaus, wo er den Kranken und den Sterbenden Trost spendet. Doch das ist ihm nicht genug. Um einen noch größeren Beitrag zur Heilung von Kranken leisten zu können, reist er nach Afrika, um sich als Versuchsperson für die Suche nach einem Heilmittel gegen das tödliche Emmanuel-Virus zur Verfügung zu stellen.

Er wird mit dem Virus infiziert, doch das verabreichte Gegenmittel versagt. Auch eine schnell eingeleitete Notoperation mit Bluttransfusion kann den Pater nicht mehr retten – er stirbt noch auf dem Operationstisch. Dann geschieht das Wunder: Sang-hyeon kehrt in den Kreis der Lebenden zurück. Doch er ist nicht mehr derselbe, denn das frische Blut in seinen Adern stammt von einem Vampir.

Zunächst wird Sang-hyeon als Auserwählter gefeiert, denn als einziger von 500 Versuchspersonen verlässt er lebend die Versuchsanstalt. Die Macht des Vampirbluts unterdrückt die Viruszellen. Doch bald peinigen den katholischen Priester die Schattenseiten der Heilung: Er verspürt nicht nur immer stärker werdendes sexuelles Begehren, sondern vor allem auch den unstillbaren Durst nach Blut …


Kritik:

Ach herrlich, endlich mal wieder eine echte Granate. Wer braucht schon Hollywood solange es noch Dänemark un Südkorea gibt. Dort werden noch echte Filme gemacht, die nicht nur die Augen sondern auch das Herz und das Hirn fordern. Hier handelt es sich um das neue Werk von Chan-Wook Park der bis heute noch von sich behaupten konnte den besten Film den ich jeh gesehn habe erschaffen zu haben. Es handelte sich dabei um den Auftakt seiner Rache Trilogie "Sympathy for Mr. Vengeance" auf den die weniger genialen aber immer noch sehr guten "Oldboy" und "Lady Vengeance" folgten. Ich schreibe bewusst in der Vergangenheitsform, denn ich habe einen Film gesehen den ich besser finde, und zwar Thirst. Was Park hier abliefert kann ich mit keinem anderen Wort als "Meisterwerk" beschreiben. Noch nie zuvor haben mich die Geschichte, die Charaktere und vor allem die menschlichen Emotionen in einem Film derart gepackt und zugleich verstört. Wie oben erwähnt ist Dreh und Angelpunkt des Films ein Mönch der durch einen dummen Zufall zum Vampir wird. Von da ab versucht er als Mann des Glaubens krampfhaft seine Menschlichkeit zu bewahren. Er sucht sich Wege um an Blut zu kommen ohne dabei Menschen zu verletzen oder gar zu töten. Denn er braucht Blut um die schrecklichen Symptome seiner Krankheit zu unterdrücken. Dieser Konflikt zwischen dem zwingenden Bedürfnis Blut zu trinken und der sündenhaften Lage in die er sich durch seine Taten in den Augen Gottes bringen würde beherrschen den ersten Akt des Filmes. Alles ändert sich jedoch im zweiten Akt. Er lernt eine Frau kennen und verliebt sich in sie, von hier ab gibt er sich immer weiter seinen animalischen Bedürfnissen hin, und beginnt ein Leben in "Sünde". Wie sich die Geschichte im weiteren entwickelt soll jeder selbst sehen. Die darstellerischen Leistungen sind phänomenal. Song Kang-ho spielt den im innersten zerrissenen Mönch dermaßen intensiv, das es teilweise wehtut seiner seelischen Qual zuzusehen. Und auch seine Liebe wird von Kim Ok-bin kongenial verkörpert, von Sympathie bis zu blankem Hass kann man für ihre Figur alles empfinden. Der ganze Film stellt permanent Fragen zur Menschlichkeit auf ohne sie jemals konkret zu beantworten, das bleibt jedem selbst überlassen, und regt dadurch sehr zum Nachdenken an. Was würde man selber in so einer Situation tun, würde man zum wilden Tier oder würde man wie die Figur im Film versuchen sich am letzten bißchen Mensch das man geblieben ist festzuklammern. Visuell ist der Streifen wie von Park gewöhnt überragend, hier sei besonders der Ozean aus Blut hervorzuheben, im ganzen erschafft er über die gesamte Lauflänge eine sehr bedrückende deprimierte Atmosphäre die den eigenen düsteren Gedanken Platz zum freien Spiel lässt ohne zu aufgezwungen zu wirken. Auch die musikalische Untermalung ist mal wieder vom Feinsten, wenn dem einen oder anderen beim Flötenspiel des Mönch die Augen tränen kann ich das nicht verübeln, so perfekt passt die Musik zu den Szenen und der traurigen Stimmung. Und jetzt noch eine besonderes Lob an die *trommelwirbel* Sexszenen, normalerweise ist Sex in Filmen immer sehr hochstilisiert, das Pärchen fällt in die Laken und die romantische Musik beginnt zu spielen, während die Vaseline auf der Linse das Bild immer mehr verschwimmen lässt. Nicht so hier, hier wird der Sex, man mag es kaum glauben, zur Charakterentwicklung verwendet. Die Art und Weise wie sich das Sexualverhalten der beiden Hauptprotagonisten verändert lässt Rückschlüsse auf ihre psychische Zerrütung zu. Die Szenen sind nicht Mittel zum Zweck sondern integraler Teil der Zeichnung der verstörten Seelen der beiden Figuren. Hollywood bitte hiervon eine Scheibe abschneiden. Das einzig negative das ich sagen kann ist, das das Wirework bei den Szenen in denen auf den Dächern herumgeturnt wird etwas fragwürdig ist. Ansonsten: Tolle und fesselnde Geschichte die aufwühlt, entsetzt und zum Nachdenken anregt. Geniale Darsteller. Überragende visuelle Umsetzung, Spitzensoundtrack und ein Wahnsinnsende. Kurzum mein neuer Lieblingsfilm, deshalb gibts zum ersten Mal glatte


Wertung
10/10


Mittwoch, 17. März 2010

Alice im Wunderland








Story:

Während einer vornehmen Gartenparty entdeckt die inzwischen erwachsene Alice ein durch das Gestrüpp huschendes, weißes Kaninchen. Die verträumte junge Frau ist so fasziniert, dass sie ihren verdutzten Freund Hamish, der ihr gerade einen Antrag machen will, einfach stehen lässt und dem Nager folgt. Dabei fällt sie durch einen Kaninchenbau in eine wundersame Traumwelt voller verrückter Geschöpfe, zurück ins Wunderland, das sie bereits 13 Jahre zuvor betreten hatte...


Kritik:

Ok wer mein Avatar Review gelesen hat weiß das ich schlimme Befürchtungen für Tim Burtons neuesten Streich gehegt hatte. Ganz so schlimm ist es dann doch nicht gekommen. Trotzdem konnte mich der Film nicht so wirklich überzeugen. Bringen wir zuerst das Lob hinter uns denn jeder der mich kennt weiß das ich viel mehr Spass am Motzen als am Loben habe. Das Wunderland ist voll und ganz gelungen, zumindest für das Stadium in dem es sich in dieser Geschichte befindet. Anders als in den beiden Lewis Carroll Büchern (eher Alice, als Trough the Looking Glass) ist es nämlich nicht ein Füllhorn an bunten und schrillen Orten sondern ein verfallener ehemaliger Kriegsschauplatz, in dem die Rote Königin mit eiserner Hand regiert. Wer also das Wunderland aus den vorherigen Verfilmungen erwartet wird somit erst mal einen Dämpfer verpasst bekommen. Hier kann Tim Burton auch mal wieder seiner Fantasie freien Lauf lassen und schafft eine recht wirkungsvolle Kulisse für seine Handlung. Auch Johnny Depp brilliert als verrückter Hutmacher wie eh und je, jedoch hätte ich mir den Charakter noch etwas verrückter gewünscht, er hält sich doch sehr mit seiner Darstellung zurück. Es kommt einem eher so vor als hätte es Cpt. Jack Sparrow ins Wunderland verschlagen(Dank dir für die Formulierung J.). Klar in einem Piratenfilm sticht so einer hervor, im Wunderland hingegen ist er nur einer von vielen. Desweiteren stehn auf der Haben Seite natürlich die Effekte die gewollt überzeichnet sind und daher, komischerweise, nicht so cartoonhaft wirkten wie bei Avatar, wo ein realistischer Look gewollt war. Mein absolutes Highlight war der Märzhase der einem so vor kam als wäre er vor 5 Minuten aus der geschlossenen Anstalt geflohen, SO hätte ich mir den Hutmacher gewünscht, und in jeder Szene allen anderen Figuren die Schau stiehlt. Jetzt zum Negativen, und Junge da gibt es so einiges. So toll der Schauplatz auch ist, die Geschichte schafft es zu keinem Zeitpunkt zu überzeugen, zu sehr entfernt sich der Film von den klassischen Büchern und versucht das Rad neu zu erfinden. Das Problem ist, das schon die Bücher keine wirklich durchgehende Narrative hatten, es waren eher Ansammlungen von Szenen mit abstrusen Charakteren, geleitet von einem kleinen roten Faden dargestellt von Alice' Wunsch nach Hause zurückzukehren. Daraus einen 2 stündigen Film zu schaffen ist schwer, und so wird auch hier eine packende Geschichte geopfert um möglichst viele Figuren aus den Büchern, und sei es nur für wenige Sekunden, ins Bild zu bekommen. Sagen wirs wies ist die Geschichte war Schrott. Gleiches gilt leider für die 3D Effekte des Films, in ruhigen Minuten voll in Ordnung, verliert man in schnelleren Sequenzen komplett den Überlick. Als Beispiel sei hier der Sturz in den Kaninchenbau genannt wärendessen man Nichts so wirklich erkennen kann. Da die Action zum Ende hin immer mehr zunimmt fällt auch das fokussieren immer schwerer, man kann sich den 3D Zuschlag also getrost sparen. Zu den Charakteren gibt es nicht viel zu sagen, da es keine gab. Selbst Alice blieb in den ganzen 2 Stunden Spielzeit mehr als blass, ohne Motive und bedeutende Konflikte, das hatte selbst der Disney Zeichentrick besser hinbekommen. Alles in allem kein Totalreinfall, aber in allen Belangen glatter Durchschnitt. Die 6 gibts auch nur wegen des Märzhasens.

Wertung 6/10

Sonntag, 14. März 2010

Sherlock Holmes






Story:

London um das Jahr 1890: Nach mehreren Ritualmorden gelingt es Holmes (Robert Downey Jr.) und Watson (Jude Law) endlich, den gefährlichen Lord Blackwood (Mark Strong) zu überführen, woraufhin dieser verhaftet und zum Tode durch den Strang verurteilt wird. Davon unbeeindruckt verkündet Blackwood, dass der Tod ihm nichts anhaben kann.
Und tatsächlich, auch nach der Hinrichtung des Lords gehen die Morde weiter und zwar exakt mit der Handschrift des hingerichteten Serienmörders. Zusammen mit Watson gerät Holmes auf eine Hetzjagd quer durch London und in ein okkultes Abenteuer voller Verschwörungen und Intrigen...

Kritik:

Guy Ritchie meldet sich eindrucksvoll in der Klasse der Gute Laune Filme zurück. Nach dem grausamen "Swept Away" und den durchschnittlichen "Revolver" und "RocknRolla" zeigt der Brite dem wir Filmperlen wie "Snatch" und "Bube Dame König Grass" verdanken endlich mal wieder seine ganze filmerische Klasse. Klar die Geschichte ist nichts atemberaubend Originelles, jedoch sind die Charaktere und vor Allem die Interaktion derer untereinander wahrlich eine Freude für jeden Filmfan der seine Action gerne etwas mit trockenem englischen Humor gespickt mag. Gerade die Gespräche zwischen Holmes (wahnsinnig gut dargestellt von Robert Downey Jr.) und Watson (ebenfalls herausragend: Jude Law) sind eine Pracht, und strotzen nur so vor beißendem Sarkasmus. Der Film hätte nur aus den Gesprächen zwischen den beiden bestehen können und wäre trotzdem äußert unterhaltsam gewesen. Ebenfalls schadet es nicht das dem männlichen Publikum mit Rachel McAdams die Irene Adler spielt auch etwas fürs Auge geboten wird. Abstriche muss man jedoch bei der Geschichte und dem Antagonisten machen. Die Geschichte wirkt über viele Teile zu nebensächlich und scheint hauptsächlich dazu zu dienen die beiden Helden von verrückter Situation zu verrückter Situation zu lotsen. Dieser Eindruck kann allerdings auch an der Darstellung des Bösewichtes liegen, Mark Strong bemüht sich in seiner Rolle als Lord Blackwood zwar redlich, jedoch hatte ich zu keiner Sekunde das Gefühl das er eine wirkliche Bedrohung für Holmes, geschweige denn für das ganze britische Empire darstellt. Gerade diese Würze durch einen faszinierenden Charakter auf der "dunklen Seite" hätte der Story den nötigen Pfiff verleihen können. Überragend ist die audiovisuelle Seite des Streifens. London sieht stilecht für die Zeit grau und schmutzig aus, die Kameraarbeit ist einfallsreich und lädt teilweise sogar zum schmunzeln ein ("This side up!"). Der Score von Hans Zimmer ist zwar manchmal etwas zu übertrieben, jedoch verleiht das dem Film einen ganz besonderen Charakter, ich weiß nicht ob der Film ohne diese ganz besondere Musikuntermalung so unterhaltsam gewesen wäre wie er war. Alles in Allem, tolle Schauspieler die sehr sympathische Charaktere spielen, tolle Bilder und tolle Musik. Lediglich die Geschichte ist etwas zu sehr in den Hintergrund getreten. Hoffen wir das dies in der Fortsetzung, die quasi im Film schon angekündigt wird, behoben wird. Der Bösewicht scheint auf jeden Fall schon mal ein Spur interessanter zu sein als Lord Blackwood.

Wertung 8/10

Mittwoch, 10. März 2010

Avatar - Aufbruch nach Pandora




Story:

Dem querschnittsgelähmten Kriegsveteranen Jake Sully (Sam Worthington) wird die Chance offeriert wieder an einem Einsatz teilzunehmen: Auf dem Planeten Pandora gibt es große Vorkommen des wichtigen Rohstoffs Unobtanium. Die Umwelt des Planeten ist jedoch ebenso schön wie tödlich für den Menschen, deshalb wurde an dem Projekt AVTR gearbeitet dessen Ziel es ist menschliche DNA mit dem der Ureinwohner, den Na'vi, zu mischen. So wurden AVaTaRe erschaffen, die es den Menschen ermöglichen sich gefahrlos in der Umwelt des Paneten zu bewegen. Jake, der in seiner Verkörperung als Avatar auch wieder gehen kann, macht schließlich die Bekanntschaft der Na'vi-Prinzessin Neytiri (Zoe Saldana), diese zeigt ihm deren Kultur, Vorlieben und das Leben in Einklang mit der Natur.


Kritik:

Wer nach der obigen Inhaltsangabe erraten kann wie die Geschichte weitergeht, Glückwunsch ihr seid nicht so doof wie James Cameron denkt. Alle anderen: WEG VON MEINEM BLOG!! Aber mal ernsthaft, DAS war das Ergebnis des jahrelangen Hypes?! DAS ist der Film der die Filmlandschaft verändern soll?!?! Für mich war DAS der Beweis für 3 Dinge: 1. James Cameron ist kein ernstzunehmender Regisseur mehr, sondern stellt sicheren Profit vor Kreativität. 2. Hollywood denkt wir Zuschauer merken GAR NIX MEHR, sondern lassen uns die gleiche alte Leier von wegen "Aussenseiter wird in fremde Kultur verfrachtet soll diese untergraben merkt aber wie toll die doch sind und wechselt die Seiten" immer und immer wieder gefallen. 3. Tolle 3D Effekte machen kein grottiges Drehbuch wett. Ja der Film war "hübsch" aber ist das wirklich alles was das moderne Filmpublikum noch erwartet??? Was wurde aus Charakterentwicklung?? Unvorhersehbaren Wendungen?? Wirklicher Tiefe in der Geschichte eines Films?? Alles Schnee von gestern wie die Einspielergebnisse zeigen. Die Masse möchte lieber noch mal "Last Samurai" mit blauen Aliens anstatt Asiaten sehn, vielleicht fällt dann die Identifikation leichter ^^ Man merkst wohlmöglich aber ich war selten so ärgerlich nach der Ansicht eines Films wie nach diesem. EY JAMES..... wenn ich ein Videospiel spielen will, DANN SPIEL ICH EIN VERDAMMTES VIDEOSPIEL. Ich kann dem Film absolut nichts abgewinnen, Effekte hui alles andere pfui, damit lockt man mich hinter keinem Ofen vor. Die Geschichte war viel zu vorhersehbar, die Charaktere viel zu flach; da das für mich die zwei Hauptpunkte beim Filmgenuss sind fand ich den Film total öde und langweilig, und glaubt mir ich steh nich allein da. In der Pause im Kino sah ich etliche Leute im Sessel seelig schlummern, hätte ich doch nur die Ruhe bei so einem Krach zu pennen, ich hätte mir diesen grässlichen Film zumindest schönträumen können. James Cameron willkommen im Club der Hollywood Krachmacher, grüß Roland un Michael von mir. Und haltet vorsorglich für Tim schon mal en Platz frei denn nächste Woche geh ich mir Alice in Wonderland angucken, und ahne schlimmes....

Wertung: (gutgemeinte) 3/10


Zodiac - Die Spur des Killers





Story:

Im Sommer 1969 ereignen sich im Großraum San Francisco mehrere kaltblütige Mordfälle. Einige Zeit später gehen bei den größeren lokalen Tageszeitungen Bekennerscheiben ein in denen der mutmaßliche Killer, der sich selbst "Zodiac" nennt, die Zeitungen auffordert auf ihrer Titelseite einen ominösen Code zu veröffentlichen. Tun sie dies nicht werden die Morde nicht aufhören. Dies ist der Auftakt für die Ermittlungen von Inspektor Toschi (Mark Ruffalo) und Armstrong (Anthony Edwards) die verzweifelt Versuchen den Täter aufzuspüren. Auch der Journalist Avery (Robert Downey jr.)und der Karikaturist Graysmith (Jake Gyllenhall) versuchen auf ihre Weise den Mörder dingfest zu machen. Keiner von ihnen hätte geahnt das sich die Suche über einen Zeitraum von mehren Jahrzehnten hinziehen würde.

Kritik:

Eins vorneweg, der Film ist mit seiner Laufzeit von 154 Minuten nichts für Leute mit ADS oder einer generell nicht sehr großen Aufmerksamkeitsspanne. Desweiteren ist er sehr dialoglastig, also auch Actionfans werden nicht auf ihre Kosten kommen. Nun jedoch zur eigentlichen Kritik, wie schon erwähnt handelt der Film von der Jagd auf den "Zodiac"-Killer in den späten 60er frühen 70er Jahren im Großraum San Francisco. Er behauptete von sich selbst in Briefen 38 Menschen getötet zu haben, jedoch konnte die Polizei ihm nur 5 eindeutig zuweisen. Diese Mörderhatz inszeniert Regisseur David Fincher aufbauend auf den Romanen "Zodiac" und "Zodiac Unmasked" von Robert Graysmith mehr oder minder tatsachengetreu und detailverliebt. Die Filcrew bekam sogar Einsicht in die damaligen Polizeiakten, und führte Interviews mit zahlreichen Zeitzeugen. Auch Robert Graysmith der vom Karikaturisten zum quasi Hauptermittler aufstieg als sich niemand mehr für den Fall interessierte war in den Prozess involviert. Diese faktenorientierte Herangehensweise merkt man dem Film auch an, er erscheint weniger als Krimi sondern eher als "fiktionalisierte" Dokumentation. Wer also mit einem düsteren Reißer wie Finchers älteren Werke "Sieben" oder "Fight Club" erwartet wird enttäuscht sein, und den Film wohl langweilig finden. Die Morde sind nicht sehr brutal dargestellt, die Kamera nimmt eher einen Beobachterposten ein als das sie das Geschehen von allen Seiten illustriert, dies wäre allerdings auch zuviel des Guten, und die distanzierte Herangehensweise lässt die Taten vor dem realen Hintergrund nur noch grausamer und sinnloser Erscheinen. Leute macht euch klar: DIES IST WIRKLICH PASSIERT!! Die Charaktere sind allesamt interessant und vor allem hervorragend geschrieben. Die Darsteller machen ihren Job durch die Bank sehr gut, wobei besonders Jake Gyllenhall mit seiner in manchen Szenen teilnahmslos zurückhaltenden in anderen überdreht agierenden Art zu gefallen weiß. Die Atmosphäre der 60er/70er Jahre wird fantastisch eingefangen und die erste Tat des Zodiac wird jeder der den Film gesehn hat wohl nie mehr vergessen, hier darf sich Fincher bei aller faktenverliebtheit von seiner düsteren Seite zeigen, und schafft eine wahrlich bedrückende Stimmung. Das einzig negative was ich sagen kann ist das die vielen Zeitsprünge den ein oder anderen irritieren könnten. Jedoch liegt das an der "quasi dokumentarischen" Art des Films ist also unvermeidlich ohne zu viel Fiktion einfließen zu lassen, man kann eben nur mit dem arbeiten was Akten und Interviews hergeben. Alles in allem ein Wahnsinnsfilm der mich auch nach dem Abspann noch lange beschäftigt hat. Ach noch etwas, der Zodiac Killer wurde nie gefasst, er ist also vielleicht noch unter uns, behalten sie ihren Nachbarn im Auge.....

Wertung 9/10