Story:
Der katholische Pater Sang-hyeon (Song Kang-ho) arbeitet aufopferungsvoll in einem Krankenhaus, wo er den Kranken und den Sterbenden Trost spendet. Doch das ist ihm nicht genug. Um einen noch größeren Beitrag zur Heilung von Kranken leisten zu können, reist er nach Afrika, um sich als Versuchsperson für die Suche nach einem Heilmittel gegen das tödliche Emmanuel-Virus zur Verfügung zu stellen.
Er wird mit dem Virus infiziert, doch das verabreichte Gegenmittel versagt. Auch eine schnell eingeleitete Notoperation mit Bluttransfusion kann den Pater nicht mehr retten – er stirbt noch auf dem Operationstisch. Dann geschieht das Wunder: Sang-hyeon kehrt in den Kreis der Lebenden zurück. Doch er ist nicht mehr derselbe, denn das frische Blut in seinen Adern stammt von einem Vampir.
Zunächst wird Sang-hyeon als Auserwählter gefeiert, denn als einziger von 500 Versuchspersonen verlässt er lebend die Versuchsanstalt. Die Macht des Vampirbluts unterdrückt die Viruszellen. Doch bald peinigen den katholischen Priester die Schattenseiten der Heilung: Er verspürt nicht nur immer stärker werdendes sexuelles Begehren, sondern vor allem auch den unstillbaren Durst nach Blut …
Kritik:
Ach herrlich, endlich mal wieder eine echte Granate. Wer braucht schon Hollywood solange es noch Dänemark un Südkorea gibt. Dort werden noch echte Filme gemacht, die nicht nur die Augen sondern auch das Herz und das Hirn fordern. Hier handelt es sich um das neue Werk von Chan-Wook Park der bis heute noch von sich behaupten konnte den besten Film den ich jeh gesehn habe erschaffen zu haben. Es handelte sich dabei um den Auftakt seiner Rache Trilogie "Sympathy for Mr. Vengeance" auf den die weniger genialen aber immer noch sehr guten "Oldboy" und "Lady Vengeance" folgten. Ich schreibe bewusst in der Vergangenheitsform, denn ich habe einen Film gesehen den ich besser finde, und zwar Thirst. Was Park hier abliefert kann ich mit keinem anderen Wort als "Meisterwerk" beschreiben. Noch nie zuvor haben mich die Geschichte, die Charaktere und vor allem die menschlichen Emotionen in einem Film derart gepackt und zugleich verstört. Wie oben erwähnt ist Dreh und Angelpunkt des Films ein Mönch der durch einen dummen Zufall zum Vampir wird. Von da ab versucht er als Mann des Glaubens krampfhaft seine Menschlichkeit zu bewahren. Er sucht sich Wege um an Blut zu kommen ohne dabei Menschen zu verletzen oder gar zu töten. Denn er braucht Blut um die schrecklichen Symptome seiner Krankheit zu unterdrücken. Dieser Konflikt zwischen dem zwingenden Bedürfnis Blut zu trinken und der sündenhaften Lage in die er sich durch seine Taten in den Augen Gottes bringen würde beherrschen den ersten Akt des Filmes. Alles ändert sich jedoch im zweiten Akt. Er lernt eine Frau kennen und verliebt sich in sie, von hier ab gibt er sich immer weiter seinen animalischen Bedürfnissen hin, und beginnt ein Leben in "Sünde". Wie sich die Geschichte im weiteren entwickelt soll jeder selbst sehen. Die darstellerischen Leistungen sind phänomenal. Song Kang-ho spielt den im innersten zerrissenen Mönch dermaßen intensiv, das es teilweise wehtut seiner seelischen Qual zuzusehen. Und auch seine Liebe wird von Kim Ok-bin kongenial verkörpert, von Sympathie bis zu blankem Hass kann man für ihre Figur alles empfinden. Der ganze Film stellt permanent Fragen zur Menschlichkeit auf ohne sie jemals konkret zu beantworten, das bleibt jedem selbst überlassen, und regt dadurch sehr zum Nachdenken an. Was würde man selber in so einer Situation tun, würde man zum wilden Tier oder würde man wie die Figur im Film versuchen sich am letzten bißchen Mensch das man geblieben ist festzuklammern. Visuell ist der Streifen wie von Park gewöhnt überragend, hier sei besonders der Ozean aus Blut hervorzuheben, im ganzen erschafft er über die gesamte Lauflänge eine sehr bedrückende deprimierte Atmosphäre die den eigenen düsteren Gedanken Platz zum freien Spiel lässt ohne zu aufgezwungen zu wirken. Auch die musikalische Untermalung ist mal wieder vom Feinsten, wenn dem einen oder anderen beim Flötenspiel des Mönch die Augen tränen kann ich das nicht verübeln, so perfekt passt die Musik zu den Szenen und der traurigen Stimmung. Und jetzt noch eine besonderes Lob an die *trommelwirbel* Sexszenen, normalerweise ist Sex in Filmen immer sehr hochstilisiert, das Pärchen fällt in die Laken und die romantische Musik beginnt zu spielen, während die Vaseline auf der Linse das Bild immer mehr verschwimmen lässt. Nicht so hier, hier wird der Sex, man mag es kaum glauben, zur Charakterentwicklung verwendet. Die Art und Weise wie sich das Sexualverhalten der beiden Hauptprotagonisten verändert lässt Rückschlüsse auf ihre psychische Zerrütung zu. Die Szenen sind nicht Mittel zum Zweck sondern integraler Teil der Zeichnung der verstörten Seelen der beiden Figuren. Hollywood bitte hiervon eine Scheibe abschneiden. Das einzig negative das ich sagen kann ist, das das Wirework bei den Szenen in denen auf den Dächern herumgeturnt wird etwas fragwürdig ist. Ansonsten: Tolle und fesselnde Geschichte die aufwühlt, entsetzt und zum Nachdenken anregt. Geniale Darsteller. Überragende visuelle Umsetzung, Spitzensoundtrack und ein Wahnsinnsende. Kurzum mein neuer Lieblingsfilm, deshalb gibts zum ersten Mal glatte
Wertung
10/10





